Der Bauträgervertrag

Der Bauträgervertrag – was ihn von anderen Verträgen unterscheidet und worauf zu achten ist.

Erfahren Sie hier, was den Bauträgervertrag von einem gewöhnlichen Kaufvertrag unterscheidet, und worauf beim Abschluss des Bauträgervertrages zu achten ist. In diesem Video finden Sie einen Überblick darüber, was einen Bauträgervertrag ausmacht.

In der Praxis kommt es immer wieder zu teils spektakulären Pleiten von Bauträgern. Vor den Trümmern ihrer Wohnträume stehen dann die Käufer.

Das Problem bei Bauträgerprojekten ist nämlich, dass der Käufer etwas kauft, das es zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung noch nicht gibt. Der Käufer entscheidet sich anhand der Pläne und unterzeichnet den Kaufvertrag und verpflichtet sich zur Zahlung des Kaufpreises. Häufig wurde und wird auch heute noch der Kaufpreis sofort bezahlt. Allerdings wird der Kaufpreis auf ein Treuhandkonto des Vertragserrichters bezahlt und kann somit nicht „verloren“ gehen. Die Gefahr des Verlusts des Geldes entsteht erst dann, wenn das Geld an den Bauträger weitergeleitet wird. Der Bauträger trägt nämlich auch das finanzielle Risiko des Projektes. Verkalkuliert er sich und kann die Forderungen der Baufirmen und Handwerker nicht mehr bedienen, droht die Insolvenz. Das bedeutet in der Praxis einen Baustopp und ist ein Disaster für den Käufer, der bereits bezahlt hat.

Darum hat der Gesetzgeber mit dem Bauträgervertragsgesetz einiges zum Schutz der Konsumenten getan. So darf der Treuhänder Gelder an den Bauträger nur weiterleiten, wenn ein bestimmter Baufortschritt erreicht ist. Dass ein Baufortschritt erreicht ist, lässt sich der Treuhänder in der Regel von einem Ziviltechniker bestätigen, der auch für die Richtigkeit dieser Bestätigung haftet. Der Gedanke des Gesetzgebers war vereinfacht gesagt der, dass der Käufer auch im Falle einer Insolvenz des Bauträgers noch genug Geld übrig haben sollte, um die Fertigstellung selber zu finanzieren.

Aber viele Bauträger versuchen dennoch, sich mit unzulässigen Klauseln in den Verträgen einen Vorteil zu verschaffen. Das betrifft in sehr vielen Fällen Gewährleistungsbestimmungen und Sicherheiten für Sonderwünsche. Bauträgerverträge sollten daher nicht ungeprüft unterschrieben werden.

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