Freizeitwohnsitz in Tirol

Freizeitwohnsitz, was ist das? Oft wird auch vom Zweitwohnsitz gesprochen. Viele Immobilien werden als Freizeitwohnsitze, als Ferienwohnungen, als Zweitwohnungen angeboten. Und viele Träumen von einem Quartier in den Bergen. Speziell in Tirol gibt es eine sehr große Nachfrage nach Freizeitwohnsitzen. Viele Makler bieten auch Ferienwohnungen an, doch dabei lohnt es sich, genau hinzusehen.

Ein kleiner Vorgeschmack zum Thema Freizeitwohnsitz hier:

Freizeitwohnsitz – die gesetzliche Definition

Nach § 13 Abs. 1 des Tiroler Raumordnungsgesetzes sind Freizeitwohnsitze

  • Gebäude
  • Wohnungen oder
  • sonstige Teile von Gebäuden,

die nicht der Befriedigung eines ganzjährigen, mit dem Mittelpunkt der Lebensbeziehungen verbundenen Wohnbedürfnisses dienen, sondern zum Aufenthalt während des Urlaubs, der Ferien, des Wochenendes oder sonst nur zeitweilig zu Erholungszwecken verwendet werden. 

Freizeitwohnsitze brauchen eine eigene Bewilligung. Gibt es keine Bewilligung, darf eine Wohnung grundsätzlich auch nicht als Freizeitwohnsitz verwendet werden. Das bedeutet nicht nur, dass man die Wohnung selbst nicht als Freizeitwohnsitz verwenden darf. Man darf sie auch keinem anderen als Freizeitwohnsitz zur Verfügung stellen.

Es gibt aber auch zahlreiche Ausnahmen, die eine Nutzung ermöglichen, die der eines Freizeitwohnsitzes nahekommen kann. Etwa können Wohnungen als Ferienwohnungen oder im Rahmen der Privatzimmervermietung vermietet werden. Voraussetzung dafür ist aber, das man selber im Haus seinen Hauptwohnsitz hat. Daher kann etwa in einem Haus rechtmäßig eine Ferienwohnung vom Verkäufer vermietet werden, der im selben Haus wohnt. Zieht dieser aber nach dem Verkauf aus, und hat der Käufer seinen Hauptwohnsitz woanders, kann die Vermietung illegal werden. Es droht die Untersagung der Benutzung.

In diesem Zusammenhang hört man immer wieder auch vom Arbeitswohnsitz. Seit dem berühmten Uschi-Glas Urteil versuchen viele, sich auf eine Arbeitstätigkeit zu berufen, die ihre Anwesenheit im Feriendomizil erfordere.

Dabei muss auf die aktuelle Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes Bedacht genommen werden. Danach ist immer dann von einem Freizeitwohnsitz auszugehen, wenn es keine überwiegenden familiären oder beruflichen Anknüpfungspunkte gibt.

Vorsicht vor Mogelpackungen

Bewilligte Freizeitwohnsitze erzielen am Immobilienmarkt Höchstpreise. Manche Makler haben daher Wohnungen im Angebot, die sie als Zweitwohnsitze und Ferienwohnungen bezeichnen. Oft wird auch auf die Möglichkeit der touristischen Vermietung verwiesen. Die Idee: Den Urlaub in der Wohnung verbringen, und währen der Abwesenheit gewinnbringen an Touristen vermieten. Eine verlockende Idee.

Aber Vorsicht: Die Rechtslage ist komplex, es muss genau geprüft werden, ob durch das beworbene Modell nicht ein Freizeitwohnsitz geschaffen wird. Gibt es keine Bewilligung, drohen ernsthafte gesetzliche Konsequenzen. Während viele Jahre kaum kontrolliert wurde, sind nun die Behörden auf dem Plan und prüfen die Nutzung von Immobilien mitunter sehr genau.

Ist man dann mit dem Vorwurf der illegalen Freizeitwohnsitznutzung konfrontiert, wird aus dem Ferientraum schnell ein veritabler Alptraum. Die Konsequenzen reichen vom Benützungsverbot über massige Geldstrafen bis zur Versteigerung der Immobilie.

Vertrauen Sie daher nicht auf die Angaben im Exposé oder darauf, was Ihnen der Makler erzählt. Lassen Sie die Immobilie prüfen, bevor Sie ein Angebot abgeben! Wir beraten Sie gerne, kontaktieren Sie uns!