Grunderwerbsteuer – kann Inventar die Steuer senken?

Kann die Aufteilung des Kaufpreises in Kaufpreis und Inventarablöse Steuern sparen?

Immer wieder wird versucht, den Kaufpreis in einen Teil für die Wohnung oder die Immobilie, und einen Teil für Inventarablöse zu unterteilen. Das kann die Bemessungsgrundlage für Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr senken, aber nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. In meinem Video erfahren Sie mehr dazu.

In der Praxis wird oft die Meinung vertreten, dass der Kaufpreis zum Beispiel für eine Wohnung dadurch (steuerschonend) gemindert werden kann, dass er aufgeteilt wird. Es wird dann ein Preis für die Wohnung an sich festgelegt, und ein zweiter Preis als Ablöse für Möbel etc.

Dabei ist zu beachten, dass nach den Bestimmungen des Grunderwerbsteuergesetzes Gegenstände, die nicht ohne Beeinträchtigung ihres Wertes entfernt werden können und anderswo verwendbar sind, zum Grundstück und damit zur Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer gehören.

Eine vereinbarte Ablöse für eine Einbauküche, ein Dampfbad, Einbaumöbel, Badezimmer-, Toiletten- und Kücheneinrichtungen, sowie Wandvertäfelungen und ähnliches gehört daher in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer.

Gegenstände hingegen, die sich von der Wohnung entfernen und ohne Wertverlust an einem anderen Ort wiederverwenden lassen, können unter Umständen von der Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer abgezogen werden.

Nach ständiger Rechtsprechung können Inventargegenstände in der Regel dann in Anschlag gebracht werden, wenn eine detaillierte Inventarliste angefertigt wird, und die Gegenstände einzeln aufgelistet und bewertet werden. Liegt der Kaufpreis für das Inventar nicht höher als 10 % des Gesamtkaufpreises, und übersteigt er EUR 10.000,00 nicht, akzeptiert die Finanz solche Listen im Normalfall ohne nähere Überprüfung. Natürlich dürfen die Wertansätze für diese Inventargegenstände nicht höher sein als die Anschaffungskosten für vergleichbare neuwertige Gegenstände.

Daraus ergibt sich insgesamt, dass als Inventar für nicht fix mit der Wohnung verbundene Gegenstände häufig nur höherwertige, nicht eingebaute, Möbel infrage kommen.

Der Aufwand für die Herstellung der Inventarliste samt Bewertung kann ebenfalls relativ hoch sein, der erzielbare Nutzen (Einsparung der Bemessungsgrundlage in der Regel von nicht mehr als EUR 10.000,00) relativ gering.

Die Steuerersparnis würde in diesem Fall unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 3,5 % nur maximal EUR 350,00 betragen.

In der Praxis geht es aber meistens gerade um die Einbauküche und Einbauschränke, sowie allenfalls um hochwertige fix verbaute Beleuchtungskörper oder Sonnenschutzvorrichtungen. Diese Gegenstände zählen grunderwerbsteuerrechtlich aber jedenfalls zum Grundstück und können daher auch bei detaillierter Bewertung samt Inventarliste nicht vom Kaufpreis abgezogen werden.