5 wichtige Punkte vor dem Kaufanbot

5 wichtige Punkte vor dem Kaufanbot

Ein Kaufanbot hat oft nur wenige Seiten und sieht nicht so wichtig aus, wie ein Kaufvertrag. Der Druck ist oft hoch, aber trotzdem sollten diese 5 wichtigen Punkte geklärt sein, bevor ein Kaufanbot unterschrieben wird.

Häufige Fragen zum Kaufanbot:

  • Wie lange bin ich an ein Kaufanbot gebunden?

Ein Angebot wird mit Zugang beim Empfänger bindend. Wie lange man an ein Angebot gebunden sein will kann vom Angebotssteller grundsätzlich im Angebot angeführt werden (befristetes Angebot). Es empfiehlt sich dringend eine Frist im Angebot bekannt zu geben da aus dem Gesetz keine eindeutige Frist hervorgeht und es somit zu Streitigkeiten kommen kann.

Wurde keine Frist zur Annahme angegeben kommt die gesetzliche Regelung des § 862 zur Anwendung. Bei schriftlichen angeboten dauert die Bindung bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Anbietende bei Berücksichtigung der Beförderungszeit des Angebots, einer angemessen Überlegungsfrist und der Beförderungszeit für die Antwort die Annahme erwarten darf.

Auch eine unverbindliches Angebot ist mit dem Vermerk „ohne obligio“ oder „Angebot unverbindlich und freibleibend“ möglich.

  • Ich habe ein Kaufanbot unterzeichnet, will die Wohnung aber doch nicht mehr, kann ich zurücktreten?

 Ein Vertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen (Angebot/Annahme) zustande. Sind im Angebot zumindest alle wesentlichen Punkte (Preis und Ware) angeführt und darf der Angebotsempfänger darauf vertrauen, dass der Anbietende an sein Angebot gebunden sein will, liegt es an ihm, durch rechtzeitige Annahme den Vertrag in Geltung zu setzen.

Die Annahme ist rechtzeitig, wenn sie rechtzeitig erfolgt. Rechtzeitig bedeutet innerhalb der Bindungswirkung des Angebots (siehe hierzu „Bindungswirkung Angebot“). Weiters muss sie bestimmt sein, d.h. sie muss dem Anbot in allen Punkten entsprechen und es muss ein Bindungswille aus der Erklärung des Annehmenden hervorgehen.

ACHTUNG: Vortäuschung des Abschlusswillens kann aufgrund von vorvertraglichen Pflichten (Aufklärungs- und Sorgfaltspflichten) ebenfalls schadensersatzpflichtig machen.

Ein Widerruf der Annahme ist möglich, solange der Empfänger noch keine Kenntnis von dieser hat. Es kommt somit nicht auf den Zugang der Annahmeerklärung an, sondern um die tatsächliche Kenntnisnahme des Erklärungsempfängers. Solange sich noch kein Vertrauen gebildet hat, wird er auch nicht geschützt (Vertrauenstheroie).

Sobald der Erklärungsempfänger jedoch Kenntnis von der Annahme hat gilt der Grundsatz „pacta sunt servanda“. Der Annehmende ist ab diesem Zeitpunkt an den Vertrag gebunden, ein einseitiges Abgehen ist nur möglich, wenn ein Rücktrittsrecht vereinbart wurde, oder ein gesetzliches Rücktrittsrecht besteht.

Ein gratis-Muster für ein Kaufanbot finden Sie hier. Gerne mach ich Ihnen ein Angebot für die Vertragserrichtung samt treuhändiger Abwicklung.

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