UPDATE 2020 Reparaturrücklage – muss der Mieter zahlen?

Reparaturrücklage Mieter
Kann man die Reparaturrücklage dem Mieter als Betriebskosten verrechnen?

Gerade bei Anlegerwohnungen ist es entscheidend, möglichst viele Kosten auf den Mieter zu überwälzen, doch nicht immer ist das möglich. Gerade die Reparaturrücklage macht aber oft einen großen Teil der Betriebskosten aus. Ob auch diese Position vom Mieter verlangt werden kann, hängt von zwei Faktoren ab.


Diese Faktoren sind entscheidend, wenn Sie die Kosten für die Reparaturrücklage auf den Mieter überwälzen wollen.

Reparaturrücklage Mieter – Dass die Reparaturrücklage der Mieter zahlt, ist ein wichtiger Faktor bei der Berechnung der Rendite einer Anlegerwohnung. Gerade bei älteren Objekten können die Beiträge zur Reparaturrücklage einen beträchtlichen Teil der Betriebskosten ausmachen. Doch nicht immer ist die Überwälzung möglich.

Anwendungsbereich MRG

§ 1 MRG (Mietrechtsgesetz) regelt den Anwendungsbereich des Gesetzes auf verschiedenste Mietverträge. Man unterscheidet zwischen dem Vollanwendungsbereich, bei dem alle Regelungen des MRG zwingend auf den Vertrag anzuwenden sind, der Teilausnahme und der Vollausnahme. Bei der Teilausnahme sind nur bestimmte Regelungsbereiche des MRG auf einen Mietvertrag anzuwenden. Das betrifft im Wesentlichen die Kündigungsbestimmungen und die Kaution, nicht aber beispielsweise das wichtige Thema der Höhe der Miete oder der Betriebskosten. Die meisten Neubau-Eigentumswohnungen fallen in die Teilausnahme.

Bei der Vollausnahme schließlich gelten nur die Bestimmungen des ABGB über Mietverträge, die aber größtenteils vertraglich abbedungen werden können. Vollausnahmen sind häufig Mietverträge über Einfamilienhäuser oder Wohnungen in Objekten, in denen insgesamt nur zwei Mietobjekte sind.

Bei Voll- und Teilausnahmeobjekten lassen sich auch die Beiträge zur Reparaturrücklage als Teil der Betriebskosten überwälzen.

Ob und inwiefern genau ein Objekt dem MRG unterliegt, sollten Sie unbedingt vom Vertragserrichter prüfen lassen.

Vertragsgestaltung

Ist die Frage des Anwendungsbereiches des MRG geklärt, hängt es bei der Teil- oder Vollausnahme von der Vertragsgestaltung ab, ob Sie als Vermieter die Betriebskosten überwälzen können. Gerade bei Verträgen zwischen Unternehmern und Konsumenten kommt es auf eine rechtssichere und klare Formulierung an.

Praxistipp:

Um Diskussionen über die Zulässigkeit der Überwälzung der Rücklage gleich zu vermeiden, empfehle ich, die Rücklage in die Miete einzukalkulieren, und nicht bei den Betriebskosten weiter zu verrechnen. Bei einem befristeten Mietvertrag kann dann jeweils nach Ende der Laufzeit ein neuer – allenfalls adaptierter – Mietzins vereinbart werden.

Call Now Button