Schenkungssteuer

Schenkungssteuer fällt keine an

Die gute Nachricht vorab, auch bei der Schenkung eine Immobilie fällt keine Schenkungssteuer an. Das heißt aber nicht, dass Immobilien steuerfrei und ohne irgendwelche Gebühren unentgeltlich übertragen werden können. Im folgenden Video finden Sie eine Übersicht über die Schenkungen Gebühren, die bei der unentgeltlichen Übertragung von Immobilienvermögen im Familienkreis anfallen. Weitere interessante Videos finden Sie auch auf meinem YouTube-Kanal.

Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr bei Schenkungen

Bei der Schenkung von Immobilien fällt zunächst jedenfalls die Grunderwerbsteuer und die Eintragungsgebühr an. Die Grunderwerbsteuer fällt bei jeder Übertragung von Eigentumsrechten an Liegenschaften an. Die Eintragungsgebühr bezieht sich oft die Eintragung im Grundbuch fällt an, sobald ein Antrag auf Einverleibung des Eigentumsrechtes für den Geschenknehmer gestellt wird bzw. der Geschenknehmer als neuer Eigentümer im Grundbuch eingetragen wird.

Trotzdem ist die steuerliche Belastung bei Schenkungen, aber auch bei entgeltlichen Übertragungen im Familienkreis, also beispielsweise auch einem Kaufvertrag, der zwischen Geschwistern abgeschlossen wird, wesentlich niedriger, als bei einem herkömmlichen Kaufvertrag.

Die Besonderheit liegt nämlich bei der Grunderwerbsteuer einerseits im gestaffelten Steuersatz, andererseits in der günstigen Bemessungsgrundlage. Bemessungsgrundlage ist nämlich der Grundstückswert, der sich nach der Grundstückswertverordnung errechnet, und der gewöhnlich deutlich unter dem tatsächlichen Verkehrswert liegt. Der so ermittelte Liegenschaftswert wird mit einem günstigen, gestaffelten Grunderwerbsteuersatz versteuert:

Dabei fallen folgende Steuern an:

  • Für die ersten EUR 250.000,00 0,5 %
  • EUR 250.000,01 bis EUR 400.000,00 2 %
  • über EUR 400.000,00 3,5 %

Erst betreffend einem Wert über EUR 400.000,00 fällt der gewöhnliche Steuersatz von 3,5 % an. Das macht die Grunderwerbsteuer im Ergebnis bei Schenkungen und entgeltlichen Übertragungen im Familienkreis steuerlich sehr interessant.

Der zweite Aspekt liegt in der Bemessungsgrundlage für die Eintragungsgebühr. Zwar ist hier der Steuersatz unverändert zu gewöhnlichen Kaufverträgen mit 1,1 % anzusetzen. Bemessungsgrundlage ist aber nicht der Verkehrswert, sondern in der Regel der dreifache Einheitswert. Der Einheitswert wiederum ist verglichen mit den tatsächlichen Wirtschaftskreisen sehr günstig, so dass sich die Steuer von einer sehr niedrigen Bemessungsgrundlage bemisst.

Auch wenn also Schenkungen trotz Abschaffung der Schenkungsteuer nicht Steuern und Gebühren möglich sind, so sind diese doch sehr günstig.

Auch die Vertragserrichtungskosten sind bei Schenkungsverträgen gewöhnlich niedriger als bei Kaufverträgen. Ein Grund dafür ist der Entfall der treuhändigen Zahlungsabwicklung, die in der Praxis einen erheblichen Aufwand und ein großes Haftungsrisiko für den Vertragserrichter birgt. Lassen Sie sich ein Angebot machen.