Überwachung des Nachbargrundstückes

Überwachung des Nachbargrundstückes

Überwachung des Nachbargrundstückes – Rechtswidrige Handlungen des Nachbarn zu beweisen, ist nicht immer einfach. Weil vor Gericht Wort gegen Wort unangenehm ist, könnte man auf die Idee kommen, Videoüberwachung einzusetzen. Diese ist aber nur unter gewissen Umständen zulässig. Mehr dazu hier im Video

Dass die Überwachung des Nachbargrundstückes, und auch anderer Orte, allgegenwärtig ist, könnte seine Ursache in der leichten Verfügbarkeit von Videokameras haben. Mit einfachen Mitteln können ausrangierte Handys zu Überwachungskameras umfunktioniert werden, sogar mit Bewegungsmelder und Nachtmodus. Dringt jemand in den überwachten Raum ein, filmt die Kamera und sendet sogar live-Bilder an den Überwacher, der mit Push-Benachrichtigung informiert wird. Sehr praktisch. Günstige Kameras gibt es etwa auf Amazon hier.

Doch nicht alles, was möglich ist, ist auch erlaubt. Kann man also das Nachbargrundstück überwachen, oder ist das verboten? Natürlich ist primär die Privatsphäre zu achten und daher ist es nicht erlaubt, ein Nachbargrundstück zu überwachten, wenn der Nachbar nicht zustimmt. Etwas anders kann gelten, wenn man selbst berechtigt ist, dieses Grundstück zu nutzen, etwa aufgrund eines Dienstbarkeitsvertrages. Dann könnte es gerechtfertigt sein, die Stellen zu überwachen, auf die sich das Recht bezieht. Dabei muss aber sichergestellt werden, dass nur überwacht wird, wer sich unbefugt an einer Stelle aufhält. Werden etwa alle Nutzer eines Weges gefilmt, auch wenn sie berechtigt sind, den Weg zu nutzen, ist die Überwachung unzulässig. Ist man aber der einzige Berechtigte, kann die Überwachung zulässig sein.

Jedenfalls darf man aber die eigenen vier Wände und das eigene Grundstück videoüberwachen. Es muss aber sichergestellt sein, dass niemand gefilmt wird, bzw. im Blickwinkel der Kamera ist, der rechtmäßig über das Grundstück geht oder daran vorbeigeht. Es gilt, dass nur das zur Feststellung von Rechtsverstößen gelindeste Maß an Überwachung eingesetzt werden sollte.

Fazit: Die Videoüberwachung des Nachbargrundstückes ist grundsätzlich unzulässig, und nur unter besonderen Umständen zulässig. Um Beweise für ein Gerichtsverfahren zu gewinnen, kann der Einsatz von Überwachungskameras jedenfalls sinnvoll sein, es ist aber darauf zu achten, die Überwachung auf das Nötigste zu beschränken.

Mehr immobilienrechtliche Themen findet ihr hier.

Call Now Button