Vermieten in Österreich – Mietrechtsgesetz

Vermieten in Österreich – Mietrechtsgesetz

Das Mietrechtsgesetz (MRG) ist die zentrale Norm, wenn es um die Vermietung in Österreich geht. Doch wann ist es anwendbar, und was sind die Folgen für das laufende Mietverhältnis? Diese Fragen sollen im Video geklärt werden.

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Vermieten in Österreich ist im Vergleich zu anderen Ländern einfach. Trotzdem kann schon die Frage, ob das Mietrechtsgesetz auf ein bestimmtes Mietverhältnis überhaupt anwendbar ist, schwer zu beantworten sein. Ein korrekt errichteter Mietvertrag ist ein muss – hier können Sie eine Anfrage stellen.

Das MRG gilt grundsätzlich nur für die Miete von

  • Wohnungen oder
  • Geschäftsräumlichkeiten

Ein Mietvertrag kann nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich, aber auch schlüssig geschlossen werden. Die Anwendung des MRG kann vertraglich nicht ausgeschlossen werden.

Vollausnahme – hier ist das MRG nicht anwendbar:

Die wichtigsten Ausnahmen vom Mietrechtsgesetz betreffen die Vermietung im Rahmen eines

    1. Beherbergungsunternehmens
    2. Garagierungsunternehmens
    3. Verkehrsunternehmens
    4. Flughafenbetriebs
    5. Speditionsunternehmens
    6. Lagerhausunternehmens
    7. Heimes für
      1. ledige oder betagte Menschen
      2. Lehrlinge
      3. jugendliche Arbeitnehmer
      4. Schüler oder Studenten
  1. Betreutes Wohnen durch karitative oder humanitäre Organisationen
  2. Dienst-/Werkswohnungen
  3. Geschäftsräumlichkeiten, wenn das Mietverhältnis auf ein halbes Jahr oder weniger befristet ist
  4. Wohnungen der Ausstattungskategorie A oder B, wenn sie
    1. zum schriftlich vereinbarten Zweck der Nutzung als Zweitwohnung wegen eines durch Erwerbstätigkeit verursachten vorübergehenden Ortswechsels gemietet wurden und
    2. das Mietverhältnis auf ein halbes Jahr oder weniger befristet ist
  5. Ferienwohnungen
  6. Gebäude mit maximal zwei Mietobjekten (zum Beispiel Ein- und Zweifamilienhäuser)

Teilanwendungsbereich – hier gelten nur bestimmte Bereiche des Mietrechtsgesetzes:

Für folgende Mietgegenstände gelten im Wesentlichen die Bestimmungen über den Kündigungsschutz, nicht jedoch die übrigen Bestimmungen des MRG, inbesondere nicht die Mietzinsobergrenzen.

  1. Nicht geförderte Neubauten (Baubewilligung nach dem 30.6.1953)
  2. Dachbodenausbauten und damit verbundene Aufbauten
    • Erteilung der Baubewilligung nach dem 31. Dezember 2001
    • Neuerrichtung des Mietgegenstands aufgrund dieser Baubewilligung
    • Mietvertragsabschluss nach dem 31. Dezember 2001
  3. Sonstige (nicht mit einem Dachbodenausbau verbundene) Aufbauten
    • Erteilung der Baubewilligung nach dem 31. Dezember 2001
    • Neuerrichtung des Mietgegenstands aufgrund dieser Baubewilligung
    • Mietvertragsabschluss nach dem 30. September 2006
  4. Unausgebaute Dachböden
    • Mietvertragsabschluss nach dem 31. Dezember 2001
    • Vermietung mit der Abrede, dass im Dachboden oder in einem an seiner Stelle durchgeführten Aufbau eine Wohnung oder Geschäftsräumlichkeit errichtet wird
  5. Zubauten
    • Erteilung der Baubewilligung nach dem 30. September 2006
    • Neuerrichtung des Mietgegenstands aufgrund dieser Baubewilligung
    • Mietvertragsabschluss nach dem 30. September 2006
  6. Eigentumswohnungen in einem nach dem 8. Mai 1945 errichteten Gebäude

Vollanwendungsbereich

Greift kein Ausnahmetatbestand, ist das Mietrechtsgesetz voll anzuwenden. Dann gelten beispielsweise eine Mietzinsobergrenze und es muss ein Befristungsabschlag vorgenommen werden, wenn der Mietvertrag nicht auf unbestimmte Zeit abgeschlossen wird.

Hier geht es zu einem Video über die richtige Befristung von Mietverträgen.