Was sind Dienstbarkeiten?

Was sind Dienstbarkeiten?

Was sind Dienstbarkeiten? Wo finde ich sie im Grundbuch, was bedeuten sie und warum sind sie so wichtig?

Wie finde ich heraus, welche Dienstbarkeiten auf meinem Grundstück lasten, und welche Rechte mein Grundstück an anderen Grundstücken hat? Das erfahren Sie hier in meinem Video und natürlich in meinem Buch Immobilienkauf 2017 http://amzn.to/2kNkgUM

Dienstbarkeiten sind ein wesentlicher Bestandteil des Immobilienrechts. Die meisten Dienstbarkeiten, die wir heute kennen, waren schon den Römern bekannt. Daher beschäftigte sich das römische Recht sehr intensiv mit Dienstbarkeiten, die auch heute noch häufig als Servituten bezeichnet werden. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet, das ein Grundstück dem anderen dient.

Das trifft den Nagel auf den Kopf. Eine Dienstbarkeit ist ein beschränktes dingliches Recht an einer fremden unbeweglichen Sache – so die Definition. Das klingt nach trockener Theorie, doch auch in der täglichen Praxis des Immobilienanwalts spielen Dienstbarkeiten eine zentrale Rolle.

Viele Grundstücke sind nur über Servitutswege erreichbar. Das heißt, dass der Eigentümer eines Grundstückes es dulden, muss, dass der Eigentümer eines anderen Grundstückes über dieses geht oder fährt. Solche Rechte sichern in vielen Fällen die Anbindung an eine öffentliche Verkehrsfläche, die Voraussetzung für das Erreichen einer Baubewilligung ist. Dass es dabei oft auch zu Streitigkeiten kommt, liegt auf der Hand.

Sind Geh- und Fahrrechte noch weit verbreitet, gibt es doch viel exotischere Dienstbarkeiten, die nichts desto trotz in vielen Grundbuchsauszügen zu finden sind. Steht ein Haus direkt an der Grundstücksgrenze, findet man oft im Grundbuch das Recht eingetragen, Fenster über dem Luftraum des Nachbargrundstückes zu öffnen. Auch das Recht, Vieh auf einem bestimmten Grundstück weiden zu lassen, ist im ländlichen Raum weit verbreitet, ebenso Leitungsrechte und das Recht, Wasser auf ein Nachbargrundstück abzuleiten.

In jedem Fall sollte im Rahmen des Kaufes eines unbebauten Baugrundstückes vom Vertragserrichter geklärt werden, ob Dienstbarkeiten bestehen, die Einfluss auf eine spätere Bebauung haben können.