Wie erkennt man einen guten Anwalt

Wie erkennt man einen guten Anwalt?

Ein Blick in das Verzeichnis der Tiroler Rechtsanwaltskammer genügt – fast jeder Anwalt gibt sich als Experte für Immobilienrecht aus. Kein Wunder, auf den ersten Blick schaut es nach viel Geld für wenig Arbeit aus, einen Kaufvertrag für eine Immobilie zu errichten. Was ist schon dabei, in ein Muster die Namen der Parteien einzutragen? So denken leider viele Anwälte und auch Klienten. Wie erkennt man einen guten Anwalt?

Tatsächlich gleicht kein Vertrag dem anderen, weil keine Immobilie, und auch kein Käufer und Verkäufer der bzw. dem anderen gleicht. Auch die Verantwortung, die der Immobilienanwalt als Treuhänder trägt, ist nicht zu unterschätzen, es wird ja auch viel Geld bewegt.

Einige Hinweise lassen Sie erkennen, ob Sie es mit einem Profi zu tun haben. Mehr dazu erfahren Sie in meinem Video.

Wie erkennt man einen guten Anwalt ?

3 Kriterien

  1. Er holt Informationen ein, bevor ein Angebot machtBevor er einen Preis nennt, muss der Anwalt wissen, was genau zu tun ist. Dafür muss er Informationen einholen und erfahren, was von ihm erwartet wird, und welcher Aufwand damit verbunden sein wird. So ist es beispielsweise wichtig zu wissen, um welche Liegenschaft es konkret geht, wenn ein Kaufvertrag errichtet werden soll. Bei der Vertragsprüfung muss der Anwalt wissen, welcher Vertrag konkret geprüft werde soll, und was die Fragestellung ist.

    Hat er die nötigen Informationen eingeholt, kann er ein passendes Angebot machen. 

  2. Er fragt und hört zuJeder gute Berater ist in erster Linie ein Zuhörer. Einen Anwalt, der Sie nicht fragt, was Sie brauchen, und der Sie unterbricht, wenn Sie Ihren Fall schildern, sollten Sie sofort in den Wind schießen. Um zu beraten muss der Anwalt wissen, was Sie wollen und brauchen. Durch gezielte Fragen kann er Regelungsbedarf im Rahmen der Immobilientransaktion entdecken und so eine sinnvolle und nachhaltige, rechtssichere Regelung finden.

    Ein Anwalt, der schon alles weiß, bevor er Sie gehört hat, macht für dasselbe Honorar einen 0815-Standardvertrag und ist sein Geld genau genommen nicht wert. 

  3. Er weiß, was er brauchtSo individuell der einzelne Käufer oder Verkäufer und auch der Vertrag an sich auch sein mag, so bleibt die Rechtslage doch für alle Fälle gleich. Muss der Anwalt Sie alle zwei Wochen nach weiteren Unterlagen, Urkunden oder Unterschriften Fragen, ist das ein Indiz für mangelnde Erfahrung – oder schlimmer noch, mangelndes Fachwissen.

    Ein Anwalt, der Erfahrung im Immobilienrecht hat, weiß, was er von Ihnen braucht schon recht früh, schließlich hat er schon sich im Idealfall ja schon über den Fall informiert, bevor er ein Angebot gemacht hat. Das spart dann auch Ihnen als Immobilienkäufer oder Immobilienverkäufer Zeit, Geld und Nerven in der weiteren Abwicklung.

Ein Tipp noch: Es gibt immer einen, der es billiger macht. Wenn Sie für einen Kaufvertrag unter 1 % des Kaufpreises zahlen, kaufen Sie möglicherweise ein Billigprodukt. Das können Sie machen, ob Sie es auch bei etwas so wichtigem wie einer Immobilie machen sollten, müssen Sie entscheiden…